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[19.03.2017] Deutsche Meisterschaft Hgr S Latein

Drei Vereine schlossen sich für die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft Hgr S Latein 2017 zusammen. Solch eine Veranstaltung ist für den Ausrichter immer ein organisatorischer Aufwand und ein hohes finanzielles Risiko, welches sich auf diese Weise auf mehrere Schultern verteilt. Die Rhein-Sieg-Halle in Siegburg war die gut ausgewählte Ausrichtungsstätte dieses Turniers. Gut angebunden, alle „Locations" zu Fuß erreichbar, Hallengröße dem Anlass angemessen.
Von 65 gemeldeten Paaren gingen in der schon vor Beginn “kuschlig” warmen Halle 60 an den Start. Die Tänzer hatten es in der Vorrunde mit 12 Paaren pro Heat auch auf der Fläche kuschlig; eine Herausforderung für die Wertungsrichter.
Ein Blickfang in der Halle war neben dem Sponsor-Wagen auf der Bühne der gut einen halben Meter hohe Pokal, der umrahmt von Medaillen auf seinen Empfänger wartete.

Aus Bayern gingen 11 Paare an den Start. Die 48-Runde erreichten noch neun Paare und fünf davon qualifizierten sich für die 24-Runde.

44.-47. Calogero Frisina/Jelena Balac, TTC München


(Archivbild)

 

38.-39. Igor Akalowski/Stefani Ruseva, TTC München

35.-37. Stefan Tilp/Nicola Niesl, Gelb-Schwarz-Casino München

34. Marin Friedrich/Julia Klein, Gelb-Schwarz-Casino München

Die Nachmittagsveranstaltung endete gg. 17 Uhr und die Halle wurde geräumt, damit alles für den Abend vorbereitet werden konnte. Bei regnerischem Wetter verzichtete der Ausrichter auf die ursprünglich geplante komplette Räumung des Hauses, so dass sich das Publikum während der zweistündigen Wartezeit bis zum Wiedereinlass im Foyer tummeln konnte.
Wer zwischendurch die Halle verließ oder erst zur Abendveranstaltung kam, konnte an der Eingangstür ein großes Schild mit roten Buchstaben lesen: “AUSVERKAUFT!”
Ca. 800 anwesende Zuschauer und wahrscheinlich deutlich mehr noch im Livestream des multibc.tv freuten sich auf tolles Tanzen und spannende Wettkämpfe. Und sie wurden nicht enttäuscht!

Nicht nur als gute Moderatoren, sondern auch als Anheizer erwiesen sich Daniel Reichling und Thomas Kokott. Jedoch konnten sie das Publikum zu Beginn der Abendveranstaltung nur bedingt durch wiederholte Klatsch-Übungen zu Jubelstürmen motivieren. Die Paare taten es aber später umso mehr.

Ein sehr wichtiger offizieller Akt wurde noch vor Beginn der 24-Runde vollzogen. Dr. Mischa Kläber, im DOSB zuständig für Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement, überreichte der Präsidentin des DTV Heidi Estler und dem Vizepräsidenten des DTV Thomas Wehling die Akkreditierungsurkunde und das Siegel „Sport pro Gesundheit“. Dieses Qualitätssiegel setzt einen langen Akkreditierungsprozess mit einem hohem Qualitätsanspruch voraus, ist aber eine Voraussetzung, um Tanzangebote von den Krankenkassen als gesundheitspräventive Kurse anerkennen zu lassen.
Und dann ging los, was Dr. Kläber als „gelebte bewegte Begeisterung auf höchsten ästhetischen Niveau“ bezeichnete: das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft.

Unter dem Taktstock von Burkhard Hans steigerte sich die Stimmung von Tanz zu Tanz. Für die fünf bayerischen Paare war leider in dieser Runde Schluss, mit zum Teil sehr überraschenden Platzierungen.

21. Mark Spektor/Tabea Louisa Thaler, TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg

20. Andrzej Cibis/Viktoria Kleinfelder, TTC München

16.-19. Alexander Horn/Valeria Jäger, TSC dancepoint Königsbrunn

15. Daniel Schmuck/Veronika Obholz, TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg

13.-14. Benedikt Seigner/Sandra Schüssler, TSC dancepoint Königsbrunn

Fazit der Landestrainerin Manuela Faller:
„Ein gutes Ergebnis für Bayern, schon lange nicht so viele bayerische Paare in der 24-er Runde gehabt. Allerdings haben sich ein zwei Paare sicher auch für das Semifinale angeboten.“

Im Semifinale waren dann Tanzpaare von noch vier Landesverbänden, die vom charmanten „Durch-den-Abend-Begleiter“ Daniel Reichling vorgestellt wurden. Zwei Paare aus dem gastgebenden Landesverband NRW, zwei Paare aus Bremen und zwei aus Hessen. Und die restlichen sechs Paare stammten aus dem TBW und - wie Daniel Reichling vermerkte - auch aus dem gleichen Verein. Vier davon schafften später auch den Sprung ins Finale.
Und dieses Finale war einfach nur grandios. Das Publikum klatschte und johlte durchgehend, zwischen den Tänzen unterstützte es die Paare durch rhythmisches Klatschen (untermalt durch entsprechende Musik von Burkhard Hans), die Atmosphäre war mitreißend. Nach dem letzten Jive erhob sich der komplette Saal zu „standing ovations“.
Die abschließende Siegerehrung lief einigermaßen erwartungsgemäß, wenn auch der viertplatzierte durch Kopfschütteln seine Enttäuschung deutlich zum Ausdruck brachte. Bei der Verkündung des zweiten Platzes platzte allerdings die Bombe, denn es wurden die letztjährigen Deutschen Meister Marius Balan und Khrystyna Moshenska aufgrufen. Ein Moment der Stille, ein spitzer Schrei der Trainer des Sieger-Paares und dann ein langanhaltender stehender Applaus für den alten und neuen Deutschen Meister.

Die Entscheidung war extrem knapp und spannend. Samba für Timur und Nina, die neuen Deutschem Meister. Chacha für Marius und Khrystyna, Rumba für Timur und Nina, Paso für Marius und Khrystyna. Der Jive brachte dann die Entscheidung. Die neuen Deutschen Meister heißen Timur Imametdinov/Nina Bezzubova, TSC Schwarz-Weiß-Club Pforzheim, die diese Entscheidung ganz ruhig, von ihren Gefühlen überwältigt und mit Tränen in den Augen vernahmen.

Und so fand der anfangs erwähnte riesige silberne Pokal seinen Empfänger. Noch lange nach Ende der Veranstaltung standen diverse Grüppchen im Saal und diskutierten diesen Abend und dessen Ausgang…

Die kompletten Ergebnisse finden Sie hier.

 

Text und Bilder: Mila Scibor

Mila Scibor

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