Unter dem Motto "dance developments" stand das diesjährige Alpenseminar des LTVB, das sich mittlerweile zu einem tanzsportlichen Lehrgang mit Event-Charakter entwickelt hat. Neben der hochkarätigen tanzsportlichen Fortbildung war es von Anfang an Zielsetzung von LTVB-Lehrwart Wolfram Galke, das gegenseitige Kennenlernen und den Meinungs- und Informationsaustausch nicht nur eine Randrolle beim Alpenseminar spielen zu lassen. So gab es auch dieses Jahr neben interessanten Unterrichtsstunden beim "Welcome"-Abend oder beim "Dance Talk" ausreichend Gelegenheit, sich "näher zu kommen".
Ein vielfältiges Lehrgangs-Programm hatten sich Olga Müller-Omeltchenko und Ralf Müller vorgenommen, die mit ihrer Latein-Lecture das Alpen-Seminar eröffneten. Neben dem Stand und den Balancelinien in den lateinamerikanischen Tänzen beschäftigten sie sich auch mit dem Parterning.
Wie man Verständnis für den Raum und seinen eigenen Körper gewinnen kann, präsentierte Olga Müller-Omeltchenko, immer ihrem Motto folgend: "wenn man den eigenen Körper nicht versteht, dann ist man auch kein glücklicher Tänzer." Intensiv ging sie dabei auf die "Lateinhüfte" ein und zeigte, dass das Streben nach "möglichst viel Hüfte" nicht zu hochklassigem Tanzen führen kann.
Das soeben erlernte Körpergefühl galt es dann für die Teilnehmer im Paar umzusetzen. Nunmehr war "Verständnis dafür gefragt, wie die Veränderung im eigenen Körper sich im Raum auf den Partner auswirkt", wie Ralf Müller zusammen mit Olga eindrucksvoll darstellte: Kleine Veränderungen im eigenen Körper können das Tanzen der Partnerin merklich positiv oder negativ beeinflussen.
Auch für die Wertungsrichter hatten Müller's Anregungen mit nach Bad Wörishofen gebracht. So riet Olga Müller-Omeltchenko, beim Werten "hinter die Choreographie zu schauen" und sich nicht durch reine Quantität blenden zu lassen. Das dies gar nicht so einfach sein kann, bestätigte Ralf Müller: "Als Wertungsrichter hat man oft Glück, wenn man tatsächlich die richtigen Partner erwischt, denn oft tanzen die Paare überhaupt nicht zusammen als Paar auf der Fläche." - Konzentration ist also gefragt.
Als "Seniorenpaar, das schlecht austrainiert ist", verabschiedeten sich Ralf und Olga mit einem Cha-Cha - so schlimm fanden die Teilnehmer diesen aber ganz und gar nicht, wie die nicht enden wollenden Standing Ovations eindrucksvoll belegten.
Aerobic mit Angelika Winhardt, Personal-Trainerin aus Nürnberg, bot einen völlig neuen Programmpunkt in der Palette des Alpenseminars, der gerne angenommen wurde. Zahlreich strömten die Teilnehmer auf die Fläche und dann strömte der Schweiß.
Angelehnt an den Tanzsport hatte Angelika Winhardt lateinamerikanische Musik mitgebracht auf die die Schrittkombinationen ausprobiert werden konnten. Sachkundig zeigt die Referentin wie man mit einfachen Schritten beginnt (rechts, links, vor, zurück) und dann die Komplexität immer weiter steigert. Dies ist natürlich nicht innerhalb eines Aufwärmens zu erreichen, garantiert aber Abwechslung für kommendes Training. Warm waren die Teilnehmer nach dem Programm.
Im zweiten Teil brachte Angelika Winhardt den Anwesenden die Pilates-Methode näher. Während bei Aerobic viel Action gefragt war, ging es bei Pilates ganz ruhig zu. Mit entspannender Musik wurde gedehnt und gestretcht und der Körper in Balance gebracht. Keine Frage - dies sind alles Fähigkeiten und körperliche Voraussetzungen, die Tänzer gut gebrauchen können.
Neben Aerobic gab es auf dem diesjährigen Alpenseminar mit Hip Hop, Salsa und Tango Argentino noch weitere Angebote abseits der klassichen Tanzsportbereiche. Dadurch wurde dem Wunsch der Teilnehmer Rechnung getragen, den von ihnen als Übungsleiter betreuten Breitensportgruppen neue Tanzsportformen anbieten zu können. Hierfür boten die Referenten hilfreiche Anregungen und Einstiegsfolgen.
Bereits vom letzten Jahr war den Teilnehmern bekannt, dass es bei Stefan Mayr, der erneut seine Animationsqualitäten bewies, keine Zeit zum Ausruhen geben würde, waren doch wieder verschiedene Folgen aus den Bereich Hip Hop und Dancefloor auszuprobieren. Nachdem die ersten Anfangsprobleme überwunden waren, konnte Stefan Mayr die Teilnehmer kaum mehr zu bremsen und forderte diese mit immer schnelleren Rhythmen.
Ruhiger, aber dafür um einiges erotischer, ging es beim Tango Argentino zu. Mit Sonja Armisen aus der Tanzschule Salsa y Corazon aus München war hierfür eine wahre Expertin nach Bad Wörishofen gekommen, die mit viel Geschick das Interesse für Tango Argentino bei den Teilnehmern zu wecken wusste.
Für den Salsa-Bereich zuständig war Steven Gadau, ebenfalls aus der Tanzschule Salsa y Corazon, der leicht umzusetzende Übungsfolgen für Salsa präsentierte.
Was gibt der Figurenkatalog für die D- und C-Klasse an Programmen her? Was für Schwierigkeiten sollen/können in einem Trainingsprogramm vorhanden sein? Wie bringe ich meine Paare mit verschiedenen Programmen unter einen Hut?
Auf diese (und andere) Fragen gaben Monika Niederreither und Carsten Lenz in Latein sowie Nathalie Reiß und Sven Walker in Standard Antwort.
Für Monika und Carsten lag der Schwerpunkt vor allem auf Trainingsfolgen, die gut durchtanzbar waren und Knackpunkte enthielten, die jedem Paar Schwierigkeiten machen. Darunter zu nennen sind vor allem Richtungen und Takt und Rhythmus. Für Samba, Cha-Cha und Rumba stellten die beiden jeweils zwei Folgen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad vor, wobei des öfteren die Warnung ausgesprochen wurde: "Zeigen Sie das nicht ihren Turnieranfängern, wenn Sie wollen, dass die wiederkommen!"
Sven Walker und Nathalie Reiß hatten aus dem Vollen geschöpft, um die Teilnehmer mit Standardfolgen auszustatten. In einem wahren Marathon übten sie mit einer stetig schrumpfenden Schar an Tänzern (es war schließlich schon die letzte Veranstaltung des Tages) zwei bis drei Folgen in Langsamer Walzer, Tango, Slowfox und Quickstep ein. Mancher Teilnehmer konnte sich nur verwundert fragen, wie es denn möglich sei, dass der D-/C-Figurenkatalog Programme zulässt, die auch gut in einer B- oder A-Klasse getanzt werden könnten. Die Referenten versicherten aber glaubwürdig, dass dies der Fall wäre. Auch hier gab es Programme mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Interessant war vor allem zu sehen, wie mit nur wenigen Variationen ähnliche oder gleiche Figuren in immer anspruchsvollere Programme verwandelt wurden.
Beide Einheiten boten den Trainern reichlich Anregung mit ihren bisherigen Trainingsprogrammen zu experimentieren oder mal etwas neues auszuprobieren.
Wie man die gelernten Übungsfolgen in der Praxis dann tatsächlich an die Paare bringen kann, zeigte Andrea Grabner, die sich mit den Aufbau einer Übungsstunde im Kinder- und Jugendbereich beschäftigte. Mit vielen praktischen Beispielen aus ihrer eigenen Arbeit gab sie wertvolle Tips für den Umgang mit dem Tanzsportnachwuchs.
Im überfachlichen Teil beschäftigte sich Dr. Hans-Jürgen Burger mit dem Thema "Wahrnehmung des Sehens" und gab Hinweise, wie man es als Wertungsrichter schaffen kann, sich in der zur Verfügung stehenden Zeit einen ausreichenden Überblick über das Geschehen auf der Fläche zu verschaffen. Hierzu zeigte er auf, wie die tänzerischen Bewegungen vom Auge aufgenommen und dann verarbeitet werden und zeigte, wie man diesen Vorgang positiv beeinflussen kann.
"Ein bekanntes Gesicht" stellte Wolfram Galke für den Samstag Nachmittag vor. Andrea Kiefer war angereist und mit ihr 20 Thera-Bänder, mit denen die Teilnehmer in den nächsten drei Stunden gute Bekanntschaft machen sollten.
Was muss bei einem Standardpaar bis zur A-Klasse erledigt sein? So begann Andrea Kiefer ihre Einheit und ließ mit der Antwort auch nicht lange auf sich warten. Fünf Punkte sind es, die abgearbeitet werden sollten:
In der ersten Hälfte ging es zunächst um Körperaufbau und Fahrwerk. Anhand von Grundübungen mit dem Thera-Band zeigte Andrea Kiefer auf, wie der Tänzer und die Tänzerin ein "Hochgefühl" in der Haltung, laut Andrea Kiefer ein "schreckliches Wort", entwickelt. Das Thera-Band wirkte dabei als Stütze, die dem Tänzer die Angst nimmt zu fallen. Anschließend kam das Band im Langsamen Walzer Karree und in der Promenadenposition zum Einsatz. Andrea Kiefer demonstrierte wie sehr sich der Tänzer anstrengen muss, um trotz des Gegendrucks des Thera-Bandes von der Stelle zu kommen. Nimmt man dann das Band weg, entwickelt sich eine ganz neue Dynamik. Der Tänzer geht ab "wie Schmidt's Katze". "Ich finde Promenadenpositionen sind das erotischste was es gibt; sie glauben gar nicht, was man aus einer Promenadenposition alles machen kann.", so kommentierte Andrea Kiefer diese Entwicklung.
Den getanzten Rücken und die Flexibilität in der Haltung entwickelte
Andrea Kiefer an einem Demopaar im Slowfoxtrott, natürlich nicht ohne nebenbei
noch so allerhand andere Fehler auszumerzen.
Getanzter Rücken im Federschritt - das ist Arbeit für die Dame, die
sich gegen Ende des Federschrittes über ihre Haltung streckt und so sehr
gut vorbereitet ist für eine Linksdrehung. Hier entdeckte das Publikum
zusammen mit Andrea Kiefer eine neue Einsatzmöglichkeit des Thera-Bandes.
Schon allein durch die Androhung, sie könne das Thera-Band benutzen, erschrak
die Dame so sehr, dass sie die Bewegung auch so gut ausführte.
Weiter ging es mit Musikalität, diesmal im Tango. Andrea Kiefer zeigte Schwierigkeiten im Abschlussschritt aus der Promenade auf. Zunächst wurden die Tänzer durch das Thera-Band gezwungen, sich wieder energischer gegen den Widerstand des Bandes zu bewegen und dadurch ihren Promenadenausgang dynamischer zu gestalten. Zum Verhängnis wurde diese Dynamik jedoch, sobald das Thera-Band während der Bewegung vom Partner losgelassen wurde. Dann war Kontrolle gefragt. Durch diese Demonstration machte die Referentin allen Teilnehmern anschaulich klar, dass zur Dynamik auch Kontrolle gehörte.
Den Abschluss von Andrea Kiefers Ausführungen bildete die Pose. Die Referentin riss kurz an, wie man auch schon D- und C-Paare mit geringen Anforderungen auf die Pose in der B-Klasse vorbereiten kann und wie man dann mit gezielten Übungen die nötigen Fähigkeiten schulen kann. Natürlich mit dem Thera-Band. Auch für die Pose zeigte Andrea Kiefer einfache Übungen, die den Herren in Zaum halten und der Dame genug Freiheiten bieten.
Mit viel Applaus wurde Andrea Kiefer nach ihrem gekonnten Auftritt verabschiedet. Es bleibt nur zu wünschen, dass ihre praktischen Tipps und Anregungen auch in vielen Vereinen in die Tat umgesetzt werden.
"Entwicklungen" war das Gesamtmotto des Alpenseminars 2003 und einer besonderen Art von Entwicklungen hatte sich Sven Walker mit seinem Vortrag angenommen. Abwechslungsweise ging es einmal nicht um körperliche Entwicklungen, sondern um historische. Zusammen mit Sven gingen die Zuhörer auf Entdeckungsreise: Was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Und was ist gleich geblieben?
Gleich zu Beginn verwies Sven auf eine wichtige Entwicklung im Tanzsport. Sowohl im Standard- als auch im Lateinbereich wies das Alpenseminar nur einen Referenten auf, nämlich ihn selbst. Ansonsten hatten die Referentinnen das Heft fest in der Hand.
Dann ging es auf Zeitreise mit Hilfe neuester technischer Mittel. Das Echo aus der Vergangenheit bekam schnell einen Namen: Victor Silvester und sein Buch über das Tanzen.
"Dancing is the biggest social asset you can equip youself with today.
It leads you to hours of enjoyment where you will have every opportunity of
meeting other people. It will take your mind off your troubles and worries."
(Tanzen ist der größte soziale Trumpf mit dem Sie sich heutzutage
ausstatten können. Es wird Ihnen Stunden des Genuß verschaffen und
Sie werden alle Gelegenheit haben andere Leute zu treffen. Es wird Sie von Ihren
Sorgen und Nöten ablenken.)
So Victor Silvester und so kann man das heute auch noch stehen lassen. Neben
weiteren zahlreichen Zitaten, zeigte Sven Walker anhand vieler Originaldokumente
was sich in den Bereichen Haltung, Balancen und Dynamik verändert hat.
Während die Balancen heute wie damals grundlegend für den Tanzsport
sind, hat sich die Haltung immer weiter geöffnet. In den 50er Jahren standen
die Partner voreinander, heute haben wir eine versetzte Haltung. Das Drehen
des Kopfes war für die Dame in einer Promenade keineswegs obligatorisch.
Äußerst schnittig und schmal waren die Paare vor 50 Jahren unterwegs,
während heute Größe und Weite im Blickpunkt steht.
Die Dynamik hat alleine innerhalb der letzten zehn Jahre Welten durchquert. Schneller, höher, weiter ist auch eine Devise im Tanzsport geworden. Aber sehr richtig gab Sven Walker zu bedenken, wo man denn noch hin will angesichts des modernen, äußerst dynamischen Tanzens. Vielleicht werden die Tänzer ja wieder langsamer?
Zumindest in der Mode sind die Tänzer wieder zurückgekommen. Ginger Rogers aus den Tanzfilmen der 30er Jahre könnte sich auch heute ungestraft in ihrem Outfit auf ein Turnier wagen.
Dennoch scheint eine Devise gleich geblieben zu sein und wird sich so schnell nicht ändern: "It is not WHAT you dance, it is HOW you dance that matters."
Die Teilnehmer dankten Sven Walker und Nathalie diesen informativen und amüsanten Einblick in fast ein Jahrhundert Tanzgeschichte mit großem Beifall.
Der Andrang beim Turnierleitererhalt war ungewöhnlich groß, wohl auch deshalb, weil das Fortbildungsangebot in Roth ausgefallen war. 120 Leute - und damit so viele wie noch nie - waren nach Bad Wörishofen gekommen. Und den meisten hat es richtig Spaß gemacht.
Turnierleitung - Moderation
Im bewährten Rollenspiel ließ LTVB-Lehrwart Wolfram Galke erfahrene Turnierleiter-Hasen und -Neulinge verzwickte Turniersituationen bewältigen. Da ging es um ausbleibende Wertungsrichter, zu spät kommende Ehrengäste, kaltes Raumklima, Zuschauertrubel, fehlende Sitzplätze und um das Vorlesen schier unaussprechlicher ausländischer Namen. Was tun? Auf jeden Fall sollte, so Galke, der Mut zum selbstständigen Auftreten gepaart sein mit einer gesunden "LMAA"-Mentalität in der Bedeutung von "Lächle mehr als andere". Wenn auch nicht jeder Turnierleiter ein geborener Moderator und damit ein Showtalent sei, so lasse Moderation sich doch zum Teil erlernen und durch gute Vorbereitung abfedern. Um vor dem Publikum bestehen und mit ihm umgehen zu können, müsse ein Turnierleiter fähig sein, anderen bewusst "aufs Maul zu schau'n", über sich selbst nachzudenken und sich zu verändern. Das färbe dann auf sein ganzes Leben ab.
Turnierleitung - TSO-Neuerungen
Ging es Wolfram Galke um das richtige Auftreten, beschäftigte sich Oliver Fünfgelder mit dem Vermeiden von abwicklungstechnischen Fehlern. Er referierte über die Neuerungen der TSO 2003 sowie über aktuelle Entscheide gegen Wertungsrichter, Turnierleiter und Paare. Fünfgelder wies nachdrücklich daraufhin, dass die gültige TSO-Fassung immer die zuletzt im Tanzspiegel abgedruckte sei. Die SAS-Beschlüsse seien mit aufgenommen worden, weil sie nicht immer bekannt seien, und hätten nach ihrer Veröffentlichung die gleiche Gültigkeit wie die TSO. Bei der Neufassung der TSO-Kleiderordnung sei eine Annäherung an internationale Standards angestrebt worden. Mit der Neuregelung der Doppelstarts werde der Tatsache Rechnung getragen, dass es im eigenen Land immer weniger Paare gäbe.
Turnierleitung - Fehlerbesprechung
Dr. Peter Otto, Schatzmeister LTVB, setzte sich nach Schatzmeisterart mit Zahlen und Fakten zu Turnierbeanstandungen im Jahr 2002 auseinander. Er reihte Fehlerarten, die vom DTV beanstandet worden waren, zu einer langen Kette. Aus den TL-Dokumentationsfehlern, Protokollfehlern, Fehlern der EDV-Systeme leitete Dr. Otto den Schluss ab, dass die beste Fehlervermeidungsstrategie noch immer eine gute Turniervorbereitung sei. Während des Turniers solle der Turnierleiter seine Entscheidungen möglichst auf TSO-Verträglichkeit prüfen. Der Beisitzer könne vor allem durch genaue Prüfung der Additionssummen der Wertungsrichterkreuze und durch Konzentration bei der Übertragung zum Gelingen des Turniers beitragen. Schließlich sei beim Versand der Unterlagen auf Vollständigkeit und schriftliche Begründung der Turnierbesonderheiten zu achten.
Im Rahmen des Alpenseminars 2002 hatte LTVB-Vizepräsident Rudolf Meindl einen Vortrag zum Thema "Vereins-Management" gehalten und auf grundsätzliche Aspekte hingewiesen, die für ein professionelles Vereinsmanagement wichtig sind - und zwar in Anlehnung an zeitgemäße Standards aus dem Bereich der Unternehmensführung und der Organisations-Entwicklung. Das Interesse an diesem Vortrag war sehr groß. Einige Teilnehmer regten deshalb an, dieses Thema weiter zu verfolgen und den Vereinen konkrete Hilfestellung an die Hand zu geben. Rudolf Meindl hatte deswegen eine Projektgruppe mit interessierten Vereinsvorständen gebildet (aus den größeren bayerischen Vereinen) und mit dieser Projektgruppe ein Vereins-Management-Konzept erarbeitet, das erstmals im Rahmen des diesjährigen LTVB-Alpenseminars vorgestellt wurde.
Mit diesem Konzept will der LTVB seiner Dienstleister-Rolle gegenüber
den Vereinen gerecht werden und den Vereinsvorständen einen Leitfaden an
die Hand geben, wie sie sich die Arbeit in der Vereinsführung erleichtern
können und wie sie die Zukunft des Vereins auf stabile Beine stellen können.
Ziel ist und kann es nicht sein, den Vereinen "Kochrezepte" für
Erfolg an die Hand zu geben sondern vielmehr, den Prozess zu beschreiben, wie
erfolgreiche Vereinsführung aussehen soll, welche Fragen zu klären
sind, wie ein Verein für die Zukunft "richtig aufgestellt" werden
muß (bezüglich Finanzen, Positionierung und Organisation), welche
Aspekte bei der Zukunftsplanung zu berücksichtigen sind und wie man konkret
vorgehen soll.
Folgende Vorgehensweise für eine Umsetzung stellte Rudolf Meindl vor:
Die Grundidee des Konzeptes ist dabei nicht, dass die Vereine dieses Konzept 1:1 umsetzen, sondern viel wichtiger ist die bewusste Auseinandersetzung und Konkretisierung von Zielen und Zukunftsplanungen und deren Umsetzung in den Vereinen und in den Vorstandsgremien, betonte Rudolf Meindl und fügte hinzu: "Unser Wunsch ist es, daß ein Diskussions- und Optimierungsprozess in Gang gesetzt wird und unser jetziges Konzept nur ein erster Anstoß ist und im Laufe der Zeit optimiert wird."
Mit eingebunden in das Alpenseminar war das 2. bayerische Regionaltreffen. Sinn und Zweck dieser Regionaltreffen ist es, ohne große Tagesordnung im kleinen und überschaubaren Kreise miteinander ins Gespräch zu kommen, zu informieren - aber auch und das sollte der Schwerpunkt sein, Gedanken und Anregungen aus den Vereinen zu erfahren, die in die Arbeit des LTVB-Präsidiums einfliessen sollen. So informierten LTVB-Vizepräsident Rudolf Meindl und LTVB-Schatzmeister Dr. Peter Otto über aktuelle Entwicklungen im LTVB und DTV und standen für Fragen und Diskussionsanregungen der Teilnehmer zur Verfügung.
Daneben konnten sich die Sportwarte der Vereine bei LTVB-Sportwart Kurt Haas über sportliche Belange informieren, der unter anderem den neuen Bayernpokal für Hauptgruppe vorstellte.
Bewährt und darum wiederangeboten war die kostenfreie Kinderbetreuung durch zwei ausgebildete Erzieher, die sich an allen drei Tagen um die Unterhaltung des tänzerischen Nachwuchses sorgten und damit den Eltern eine ungestörte Seminarteilnahme ermöglichten. Für die technische Ausstattung war Wolfgang Steuer zuständig, dessen DJ's an allen drei Tagen mit hervorragender Musik zum Mitmachen anregten. Auch außerhalb des Saales konnte man das Lehrgangsangebot auf einer Großleinwand verfolgen.
Zum Seminarprogramm (pdf-Format) gelangen Sie hier.
(Änderungen im Programm und bei den Referenten bleiben vorbehalten.)