7. Alpenseminar 2002 - Rhythm & partnering
Für "Rhythm & partnering" hatte sich Wolfram Galke, Landeslehrwart des LTV Bayern, als Motto für das 7. Alpenseminar 2002, das Mitte November in Bad Wörishofen stattfand, entschieden. Zahlreiche Teilnehmer - Trainer, Übungsleiter, Wertungsrichter, Lehrer der allgemeinbildenden Schulen aber auch Turnierpaare - interessierten sich für die rhythmischen Grundlagen des Tanzens und für die hilfreichen Tips der Referenten für die Harmonik im Paar. Zwischen mehreren, parallel ablaufenden Lectures mussten sich die Teilnehmer entscheiden; eine nicht immer leichte Aufgabe, war es Wolfram Galke auch in diesem Jahr gelungen, hochkarätige Referenten zu verpflichten. Leider mussten Roberto Vila und Morena Colagrecco kurzfristig ihre Standard-Lecture absagen; mit Andrea Kiefer und Ursula und Herbert Stuber, die dankeswerter Weise kurzfristig eingesprungen waren, konnte mehr als nur ein "Ersatz" gewonnen werden.
Ursula und Herbert Stuber beschäftigten sich in ihren Lectures, getreut dem Seminarmotto, "wie man im Paar miteinander zurechtkommt." An die Wertungsrichter appellierte Ursula Stuber, sich nicht vom äußern Schein blenden zu lassen: "Was mich stört, sind Paare, die zwar topp gestylt, aber nicht ausgebildet sind." Auch Andrea Kiefer "ließ den Körper zum Reden bringen" und demonstrierte mit Hilfe von Bändern, wie die Kommunikation zwischen Mann und Frau funktionieren kann.
Im Lateinbereich begeisterten Olga Müller-Omeltchenko und Ralf Müller, die in den Pausen von Autogrammjägern umlagert waren, die Teilnehmer. Anhand der fünf Lateintänze demonstrierten die Müller's zuerst den Körper- und Fußrhythmus. "Latein tanzt man nicht auf Melodie, sondern auf den Rhythmus", konnten die Teilnehmer hierbei feststellen. "Wir müssen die Kultur, die hintern den Tänzen steht, verstehen, um gut Latein tanzen zu können", so beschrieb Olga Müller-Omeltchenko ihr Erfolgsrezept. Im Bereich "Partnering" zeigten Ralf und Olga Müller, wie die Verbindung im Paar entsteht. Sie demonstrierten, wie der Partner führt und zugleich seine Partnerin unterstützt. Zugleich gaben sie hilfreiche Tips, wie man seine Paare motivieren kann. Motivation ist aber nicht alles, so Olga Müller-Omeltchenko, "man muß seine Paare auch erziehen - und das dauert".
Nicht nur Standard und Latein standen auf dem Lehrgangsangebot. Keine "Männer
in Strumpfhosen und blutige Füsse" waren bei der Lecture von Manuela
Einmal zu sehen, die den Seminarteilnehmern die ersten Grundlagen im Ballett,
wie Haltungsaufbau, Dehnung und Balance näherbrachte. Sichtlich beeindruckt
waren die Teilnehmer dagegen von der absolute Körperbeherrschung der von
Manuela Einmal zu Demonstrationszwecken mit nach Bad Wörishofen gebrachten
Ballerina.
Weniger "beherrscht" ging es bei Stefan Meyer zu, der sich schon durch
seine Kleidung als wahrer Hip Hop-Experte erwies. Nach dem Motto "Jeder
bewegt sich so, wie er gerade möchte", durften sich die Teilnehmer
in Hip Hop üben. "Ich bin schon froh, wenn sie alle in die gleiche
Richtung tanzen", so kommentierte Stefan Meyer diese ersten Versuche. Danach
versuchte man sich im Dancefloor, bei dem man im Vergleich zu Hip Hop "die
Elemente nur einfacher gestaltet, aber mir mehr Armen."
Sportlich ging es zu bei der Lecture von Evi Weith, die als Premiere auf dem
Alpenseminar zum 1. Mal Rock'n'Roll unterrichtete.
Im überfachlichen Bereich beschäftigten sich die Teilnehmer mit Fragen
der Sportmedizin bei Dr. med. Nadja Hoffmann. Sven Walker und Nathalie Reiß
gaben Tips für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Training. Über
die hohen Kosten bei Turnierveranstaltungen und organisatorische Fragen im Zusammenhang
mit dem Turnierbetrieb diskutierten die bayerischen Sportwarte bei der Sportwarte-Besprechung,
zu der Landessportwart Kurt Haas nach Bad Wörishofen geladen hatte.
Vielbeachtet war der Vortrag von LTVB-Vizepräsident Rudolf Meindl, der
neben Wolfram Galke für die Organisation des Alpenseminars verantwortlich
zeichnete, zum Vereinsmanagement. Hier konnte man sich über aktuelle Trends
und die Möglichkeit zur Umsetzung im Tanzsport informieren. Zusätzlich
gab es Anregungen für ein zukunftgerichtetes und erfolgreiches Vereinsmanagement.
Zuletzt stellte Rudolf Meindl die Ergebnisse der LTVB-Mitgliederbefragung dar
und zeigte auf, welche Konsequenzen und Zielsetzungen das LTVB-Präsidium
auf Grundlage dieser Befragung für seine zukünftige Tätigkeit
erarbeitet hatte.
Umfangreich war auch das Fortbildungsangebot für die Turnierleiter. Besonderes Interesse bestand an den Neuerungen der TSO ab dem 01.01.2003, über die LTVB-Schatzmeister Oliver Fünfgelder berichtete. Mit Fragen des Skatingsystems, das ab 2003 für alle Turniere gelten wird, beschäftigte sich LTVB-Jugendwart Michael Braun. Am Sonntag stand ein Rhetorik-Workshop mit Peter Brandt auf dem Programm, der mit praktischen Übungen die rhetorischen Fähigkeiten der Turnierleiter förderte. Wie bereits im letzten Jahr war hier aktive Mitarbeit gefragt, die zu merkbaren Fortschritten führte.
Neben der fachlichen Information kam in Bad Wörishofen aber auch das gegenseitige
Kennenlernen nicht zu kurz. Die Kaffeepausen zwischen den Lectures luden zum
Meinungsaustausch ein. Im lockeren Rahmen konnte man den ersten Seminartag bei
der von vielen Teilnehmern besuchten Welcome-Party ausklingen lassen. Am Samstag-Abend
lud der LTVB zu einem Bayerischen Abend. Beim reichhaltigen bayerischen Buffet
konnte man die bayerischen kulinarischen Köstlichkeiten kennenlernen.
Für die Unterhaltung des tänzerischen Nachwuches sorgten wiederum
zwei ausgebildete Erzieher, die den Eltern eine ungestörte Teilnahme am
Seminar ermöglichten. Für die technische Ausstattung war Wolfgang
Steuer zuständig, dessen zwei DJ's an allen drei Tagen mit hervorragender
Musik zum Mitmachen anregten. Auch außerhalb des Saales konnte man das
Lehrgangsangebot auf zwei Monitoren beobachten.
Zum Seminarprogramm (pdf-Format) gelangen Sie hier.
Bitte beachten Sie:
Überraschend und kurzfristig haben Roberto Vila und Morena Colagrecco
ihre Teilnahme am Alpenseminar abgesagt.
Für die Standard-Lektionen sind spontan Ursula und Herbert Stuber
sowie Andrea Kiefer
eingesprungen. Hierfür besten Dank!